Arbeitsbelastung in Wiens Spitälern am Limit!

Studie zu Arbeitsbedingungen und Arbeitsbelastung in den Wiener Spitälern befindet sich in der Endphase. Ergebnisse werden voraussichtlich am 9. März präsentiert.

Die Personalvertretung der Beschäftigten im Wiener Krankenanstaltenverbund widersprach heute vehement den jüngsten Aussagen des KAV-Managements, wonach ÄrztInnen und Pflegepersonal gezielt von administrativen Tätigkeiten entlastet worden seien. "Es ist nur sehr punktuell zur Aufnahme von Stationsschreibkräften gekommen, insgesamt spitzt sich die Lage eher zu", so der Vorsitzende der Personalvertretung, Bernhard Harreither.

"Der Ausblick aus den Büros des Top-Managements dürfte besser sein als der Einblick in das Unternehmen", so Harreither, der betonte,dass die Arbeitsbelastung in vielen Bereichen am Limit angekommen sei.

Dem Personalvertreter ist es wichtig, "nicht nur über Einzelfälle zu diskutieren, sondern den gesamten Krankenanstaltenverbund im Auge zu behalten". Zu diesem Zweck wird von der Sozialökonomischen Forschungsstelle an einer umfassenden Studie zur täglichen Arbeitsbelastung in diesem Bereich gearbeitet. Die Erhebung soll Fakten zur laufenden Diskussion beisteuern und befindet sich bereits in der Auswertungsphase. Sie wird aller Voraussicht nach am 9. März 2011 präsentiert.

"Die ersten Zwischenergebnisse dieser Studie bestätigen uns, dass das Problem der Arbeitsüberlastung nicht durch das Management schön geredet werden sollte", sagte Harreither. Die Personalvertreter setzen nun auf konkrete Maßnahmen, um eine Verbesserung der Situation zu erreichen. Derzeit machen sie die Beschäftigten in den Spitälern mit dem Instrument der "Überlastungsanzeige" vertraut, um auf Basis von objektiven Zahlen und Fakten auf Extrembereiche aufmerksam machen und gezielt eingreifen zu können. Darüber hinaus sind ab MärzBetriebsversammlungen mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Spitäler und Geriatriezentren geplant.

"Weitere Personaleinsparungen wären der falsche Weg für Wien", so Harreither, der vom KAV-Management und der Wiener Stadtpolitik fordert, zugesagte Verbesserungen wie Bürokratieabbau endlich umzusetzen und die Strukturkonzepte für die Zukunft offenzulegen. "Es ist höchste Zeit für ein politisches Gipfelgespräch zu diesem Thema, bevor das System an seinen Leistungsgrenze kommt und es heißt: Licht aus im Krankenhaus", so Harreither abschließend.