Stellvertretender Generaldirektor Koblmüller bringt Transparenz in den Wiener KAV

von Gerhard Steiner

Vorab muss ich Ihnen leider mitteilen, dass es über das Projekt „Dienstkleidung NEU“ keine aktuelle Meldung gibt. Zwar wurde die Projektzusammenfassung im Einvernehmen mit allen TeilnehmerInnen erstellt und bereits im März 2011 an den stellvertretenden Generaldirektor des Wiener Krankenanstaltenverbundes Dr. Maximilian Koblmüller übermittelt. Allerdings gibt es bis zum heutigen Tag keinerlei schriftliche Mitteilung an die Hauptgruppe II über eine Annahme oder Korrektur der Inhalte.

Damit gilt dieses Projekt für uns als nicht abgeschlossen!

Zunächst einmal sollte diese Zusam- menfassung und Qualitätsbeschreibung der Dienstkleidung als Richtlinie allen Dienststellen und Bediensteten, welche zukünftig mittels Wäscheausgabeauto- mat mit Dienstkleidung versorgt wer- den sollen, zur Verfügung stehen. Ziel ist, einen einheitlichen Qualitätsstan- dard für unsere Dienstkleidung zu gewährleisten.

Jedoch häufen sich in letzter Zeit die Beschwerden. Die Qualität der Kleidung sei nicht zufriedenstellend, es käme rasch zu Verfärbungen unterschiedlicher Grau- und Gelbtöne, der Schnitt der Hosen passe nicht und vor allem sei die Kleidung durchsichtig!!
Gerade auf den Umstand der Durch- sichtigkeit haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des SZX aufmerksam gemacht – auf dem Instanzenweg und medial. Doch leider, und auch hierzu gibt es Beschwerden, zeigt sich der Wäscheanbieter nach Kritik an der Wäsche nicht sehr kooperativ.

Als ein vom Hauptausschuss beauftragter Teilnehmer an diesem Wäscheprojekt war es mir von Anfang an wichtig, die Interessen der Bediensteten zu vertreten. Gerade dann, wenn ganz klar wirtschaftliche Beweggründe für eine Umstellung im Vordergrund stehen. Im Zuge der Projektsitzungen konnten dennoch konsensuale Lösungen gefun- den werden. Ob allerdings die vorgeleg- ten und einvernehmlich ausgewählten Musterstücke den beschriebenen Quali- tätskriterien unserer Dienstbekleidung auch entsprechen, ist fraglich. Eine dies- bezügliche Antwort der Generaldirek- tion ist ausständig. Auch auf die Frage „Dienstbekleidung im Wäscheausga- beautomat“ im AKH.

„Sack und Asche“
Etwas anderes ist die Debatte um die Frage, ob in Zeiten einer wirtschaftli- chen Krise die Berufsgruppen im KAV in „Sack und Asche“ oder wie wandelnde „Mullbinden“ erscheinen sollen oder müssen. Schließlich ist unsere Dienst- kleidung schon historisch gesehen eine Tracht bzw. Uniform, über die Identifika- tion stattfindet – mit einer deutlichen Wirkung nach außen. Ich kann mir daher nicht vorstellen, dass Dr. Koblmüller Durchsichtigkeit bei der Wäsche meinte, als er von Transparenz im KAV sprach. Andernfalls wäre es angebracht, wenn er einen Tag lang bei seinen Geschäfts- terminen mit eben solch einer Uniform bekleidet erscheinen müsste. Er weiß dann, wie sich das Personal fühlt, das halbnackt seine Arbeit verrichtet. Vernunft, gesunden Menschenverstand und Einsicht, aber vor allem Menschlichkeit wünsche ich den Ent- scheiderInnen – oder bleibt es ein Wunsch an das Christkind?

Im Namen des Personalgruppenaus-schusses Pflege möchte ich mich bei Ihnen für das abgelaufene, für uns alle überaus arbeitsintensive Jahr bedanken. Vor allem aber bedanke ich mich für die vielen wirklich wichtigen Informationen an mich. Diese Beiträge dienen dem gesamten Pflegegremium als richtung- weisendes und fachliches Verhandlungsmandat.