Krankenkassen erwarten für heuer Plus von 175 Mio.Wien, 16.11.2010
Das Sanierungspaket für die Krankenkassen wirkt offenbar - für heuer erwartet die gesamte Krankenversicherung ein Plus von 174,9 Millionen Euro. Dies geht aus der jüngsten Prognose des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger hervor. Vor drei Monaten war der Überschuss für heuer noch auf 106 Millionen geschätzt worden, Anfang des Jahres hatte man gar noch einen Verlust von 45 Millionen Euro prognostiziert. Erstmals seit langem erwarten nach der am 16. November veröffentlichten Prognose heuer alle neun Gebietskrankenkassen ein positives Ergebnis - zusammengerechnet 93,5 Millionen Euro. Als einzige Kasse weist die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA) mit 10,1 Millionen ein negatives Ergebnis aus. Und auch das wird nicht als tatsächliches Minus betrachtet, sondern nur auf Änderungen bei der Buchung von Beitragseinnahmen zurückgeführt. Übererfüllung der Finanzziele Als Hauptgrund für die positive Entwicklung wird einerseits eine Übererfüllung der Finanzziele genannt. Der Hauptverband hatte mit den Kassen eine Kostendämpfung von 214 Millionen für heuer vereinbart als Voraussetzung dafür, dass sie die 100 Millionen aus dem Strukturfonds erhalten. Dieses Ziel werden die Kassen deutlich übertreffen. Und zum anderen fallen die Steigerungsraten bei den Medikamenten deutlich niedriger aus als zuletzt, für heuer wird in diesem Bereich mit einem Plus von 2,4 Prozent gerechnet. In den vergangenen Jahren war dieses Wachstum zum Teil über sechs Prozent gelegen. Nur im Vorjahr hatte es wegen der Umstellung bei der Mehrwertsteuer ein Minus von 6,3 Prozent gegeben. Deutlich schlechter sieht es allerdings wieder für das nächste Jahr aus. Für 2011 erwarten die neun Gebietskrankenkassen alleine rund 200 Millionen Defizit, die gesamte Krankenversicherung ein Minus von etwa 160 Millionen. Im Hauptverband hält man diese Zahlen allerdings für zu pessimistisch geschätzt. Dort wird darauf verwiesen, dass einerseits die Prognosen in den vergangenen Jahren durchwegs schlechter waren als die tatsächlichen Ergebnisse und ja auch für heuer die Prognosen immer besser geworden sind. Andererseits wird nach Auffassung des Hauptverbandes auch das Wachstum bei den Medikamentenausgaben zu hoch eingeschätzt. Zudem sei es für eine genaue Prognose noch zu früh, weil derzeit erst die Finanzziele für 2011 ausverhandelt werden. Allerdings müssen die Kassen statt der 100 Millionen für heuer nächstes Jahr nur noch mit 40 Millionen aus dem Strukturfonds für die Erfüllung dieser Finanzziele auskommen. |
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