KAV-Personalvertretung: Burn-out des Wiener Gesundheitssystems vermeiden

26.01.2011

Entbürokratisierung als ungenutztes Sparpotenzial
Die jüngsten Äußerungen des KAV-Managements zu geplanten Einsparungen im Wiener Gesundheitssystem sorgen für Unmut
bei den MitarbeiterInnen der Wiener Krankenhäuser. "Der vom KAV-Management in Aussicht gestellte Abbau von 20 Prozent des Wiener Gesundheitspersonals würde eine massive Kürzung der Leistung für die Patientinnen und Patienten bedeuten und ist in der Praxis nicht umsetzbar", so der Vorsitzende der Personalvertretung, Bernhard Harreither.

Die Beschäftigten in den Wiener Spitälern leisten heute deutlich mehr
als noch vor zehn Jahren: Bereits umgesetzte
Rationalisierungsmaßnahmen haben dazu geführt, dass auf jeden
Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin immer mehr Arbeit entfällt. "In
der Personalvertretung bekommen wir ständig von überlasteten
Kolleginnen und Kollegen zu hören. Einige Abteilungen haben wegen der
hohen Arbeitslast massive Burn-out Probleme zu bewältigen. Es werden
heute mehr Leistungen für die gleiche Zahl an PatientInnen in weniger
Spitalsbetten in immer kürzerer Zeit erbracht. Die Arbeitsbedingungen
in den Wiener Spitälern mit einem großflächigen Stellenabbau noch
weiter zu verschärfen, würde das gesamte System überlasten", so
Harreither.

Die Personalvertreter begrüßen hingegen die Vorhaben der Wiener
Gesundheitspolitik zu mehr Modernisierung und Effizienzsteigerung.
"Wenn durch eine Strukturreform die Administration vereinfacht und
der überdurchschnittlich hohe Bürokratieaufwand verringert wird, dann brächte das für die Beschäftigten in den Spitälern nicht nur eine dringend notwendige Entlastung, sondern auch einen positiven Effekt für das Gesundheitsbudget", schloss Harreither.