Influenza: Weniger Erkrankungen in Wien

Wien, 15.02.2011

Die Frage ist eben: Halb voll oder halb leer? Der Meldedienst der Stadt Wien hat aus Daten der Grippemeldeärzte für die Vorwoche 15.000 Neuerkrankungen an Grippe und grippalen Infekten berechnet. "Dies ist ein deutlicher Rückgang der Erkrankungszahlen gegenüber der Vorwoche. Der Gipfel der Grippewelle ist damit vorerst überschritten."

Das erklärte Ursula Karnthaler von der MA15 am 15. Februar in einer Aussendung. Vor zwei Wochen waren es noch 19.200 Neuerkrankungen in der Bundeshauptstadt gewesen. Doch die Sache ist schwierig zu interpretieren: Wegen der Semesterferien in Ostösterreich. "Sicher sind weniger Meldeärzte in der vergangenen Woche in Wien gewesen. Das gibt den Zahlen eine gewisse Unschärfe", sagte die Infektionsspezialistin gegenüber der APA. Bei errechneten 1.000 Erkrankungen weniger hätte sie das eher auf den Ferieneffekt zurück geführt, aber ein Rückgang um rund 4.000 sei doch deutlich. Der Wiener Virologe Franz X. Heinz sagte: "In den 'Energieferien' fahren viele Kinder und Erwachsene weg. Die werden dann woanders krank oder wenn sie retour kommen. Wir haben weiterhin eine starke Influenza-Welle. In Graz sind die Erkrankungszahlen in etwa gleichgeblieben." Dort waren es in der vorangegangenen Woche 3.600 (zuvor 3.000) gewesen.

Freilich, niemand dürfte es stören, wenn das die ersten Anzeichen eines Abflauens der saisonalen Influenza 2010/2011 wäre. Von den nunmehr für Wien berechneten 15.000 Neuerkrankungen entfielen 4.200 auf die Gruppe der bis zu 14 Jahre alten Kinder, 10.200 auf die Gruppe der 15- bis 64-Jährigen und 600 auf die über 65-jährigen. Es ist aber nicht alles Influenza, was derzeit so an Viren in Österreich kreucht und fleucht. Heinz, Chef des Instituts für Virologie der MedUni Wien: "Wir haben vermehrt Befunde mit Norovirus-Infektionen." Das sind hoch ansteckende Erreger, die vor allem Durchfallerkrankungen auslösen.