Steirische Spitalsbetten: Elf Prozent sollen weg

Graz, 14.03.2011

Parallel zum Sparbudget 2011/12 der steirischen Landesregierung geht auch die Spitalsreform nach dem "Regionalen Gesundheitsplan" (RSG) in Umsetzung. Die Endfassung wird heute, Montag, Gesundheitslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder (V) übergeben, am Mittwoch werden die Ergebnisse und Konsequenzen in einer Pressekonferenz vorgestellt. Wie der "Kurier" (Montagausgabe) berichtete, sieht der RSG u.a. eine Reduktion der Akutbetten von 700 oder elf Prozent vor.

Erstmals war von Edlinger-Ploder die Planung nicht innerhalb der Steirischen Krankenanstalten Gesellschaft (KAGes) vergeben worden, sondern nach außen, an die Forschungseinrichtung Joanneum Research. Thomas R. Piber, Leiter des Instituts für Medizinische Systemtechnik und Gesundheitsmanagement, erwartet sich davon laut Kurier "einen echten Wendepunkt in der österreichischen Gesundheitspolitik". Man gehe weg vom stationären Aufenthalt in Richtung Tagesklinik und von der ambulanten Versorgung in Richtung niedergelassenen Facharzt.

Zwischen Spitälern und niedergelassenen Fachärzten soll es zu vertraglichen Kooperationen kommen, in den 20 Landespitälern soll künftig weiter eine 24-Stunden-Notfall- und Erstversorgung gewährleistet bleiben. Allerdings werden innerhalb von sechs Versorgungsregionen Leitkrankenhäuser mit fachlichen Schwerpunkten definiert. Teil dieser Strategie ist es, bis 2015 rund elf Prozent der Akutbetten, das sind rund 700, abzubauen.

Piber fordert demnach aber auch eine Revision des Landtagsbeschlusses, dass alle Standorte zu erhalten sind. Mittelfristig würde diese Garantie nicht zu halten sein. Edlinger-Ploder selbst hatte schon bald nach der Übernahme des Ressorts Ende 2010 aufhorchen lassen, als sie einräumte: "Wir haben auch in Graz und nicht nur in der Region ein Haus zu viel." Damals kündigte sie an, dass der RSG die "Grundlage einer wohnortnahen abgestuften Versorgung sein" werde. Bis zum Vorliegen wurden - mit Ausnahme des LKH Graz 2020 - alle Investitionen auf Eis gelegt.

Seitens des Büros von Landesrätin Edlinger-Ploder hieß es dazu am Montag, dass der RSG die Richtung klar vorzeichne, dass aber "der Teufel im Detail" liege. Insofern würde man auch keine abschließende Stellungnahme dazu abgeben und verwies auf die Pressekonferenz am Mittwoch.