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Mai 2016

Arbeit fair teilen

Die einen brauchen mehr Freizeit, die anderen einen Arbeitsplatz

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In Österreich werden pro Jahr rund 270 Millionen Überstunden geleistet. Wobei die durchschnittliche Wochenarbeitszeit bei rund 42 Stunden liegt. Damit gehört Österreich zu den Ländern mit den längsten Arbeitszeiten in Europa. Während viele Beschäftigte unter langen Arbeitszeiten leiden, steigt gleichzeitig die Arbeitslosigkeit. Über 430.000 Menschen sind derzeit ohne Arbeit. Aus Sicht des ÖGB ist daher eine Arbeitszeitverkürzung notwendig, um die vorhandene Arbeit gerechter zu verteilen. „Arbeitszeitverkürzung sichert Lebensqualität und Arbeitsplätze“, sagt Bernhard Achitz, Leitender Sekretär des ÖGB. Denn wer kürzer arbeitet, ist gesünder und hat mehr Lebensqualität. Und: Nur wer länger gesund ist, kann auch länger im Arbeitsleben bleiben.

Arbeitszeit verkürzen, Urlaubsanspruch erhöhen
„Als Einstieg in die Arbeitszeitverkürzung könnte man damit beginnen, die Überstunden zu reduzieren, indem man sie für die Arbeitgeber teurer macht. Und zwar um einen Euro pro Überstunde, der jeweils zur Hälfte an Arbeitslosen- und Krankenversicherung fließt“, fordert der Leitende Sekretär des ÖGB. Ein weiterer Schritt zur effektiven Arbeitszeitverkürzung ist die Erhöhung des Urlaubsanspruchs. Achitz: „Alle ArbeitnehmerInnen sollen die Chance auf die sechste Urlaubswoche bekommen – und nicht nur diejenigen, die 25 Jahre in ein und demselben Betrieb beschäftigt sind.“ Das war ursprünglich auch so geplant, allerdings haben sich Arbeitsmarkt und Gesellschaft verändert, die Menschen wechseln häufiger den Arbeitsplatz, ob freiwillig oder unfreiwillig.

Der ÖGB fordert:

  • Arbeitszeitverkürzung: Verkürzung der Normalarbeitszeit sowie der höchstzulässigen Tages- und Wochenarbeitszeit. Dabei müssen die Kaufkraft und damit der Lebensstandard der ArbeitnehmerInnen gesichert bleiben.
  • Ausbau der Kontrolle bei Arbeitszeitverletzungen: striktere Kontrolle durch Arbeitsinspektorate, ausreichend Personal und Geld für Kontrollbehörden, stärkere Kontrollbefugnisse der Betriebsräte (besonders bei Zugriff auf Daten).
  • Arbeitgeber müssen einen Euro pro Überstunde einzahlen, je zur Hälfte an das AMS und ins Gesundheitssystem. Das Ziel: weniger Überstunden, mehr Geld für die Behebung gesundheitlicher Schäden.

Die sechste Urlaubswoche muss für alle ArbeitnehmerInnen leichter erreichbar sein – unabhängig davon, ob sie jahrelang in derselben Firma arbeiten.

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