Kongresstage 2026

Pflege-Kongress – 21. April 2026

Der Pflege-Kongress 2026 war ein äußerst positiver und inspirierender Auftakt der Kongresstage. Viele Begegnungen, viele Gedanken und immer wieder dieser Moment, in dem man gemerkt hat: Hier geht es nicht nur um Inhalte, sondern um Haltung.

Den Start setzte Dr.in Mariana Wagner mit ihrer Keynote „Mission Teamwork – Erfolgsstrategien aus der Raumfahrt“. Der Blick auf hochkritische Teamsituationen hat schnell klar gemacht, wie eng Erfolg, Sicherheit und Kommunikation miteinander verbunden sind, wenn es wirklich darauf ankommt.

Sehr persönlich wurde es bei Viktoria Schnaderbeck. Im Vortrag „Stark im Kopf. Stark im Alltag“ sprach sie offen über Leistungsdruck, mentale Grenzen und die Realität hinter Stärke. Gerade diese Ehrlichkeit hat viele im Publikum spürbar bewegt.

Ein besonderer Schwerpunkt des Tages war der Vortrag von Stephan Schäfer. Mit „Über das Zu-Viel und Zu-Wenig im Leben“ hat er einen ruhigen, sehr reflektierten Ton gesetzt. Es ging weniger um schnelle Antworten als um das Innehalten: Wie viel ist genug? Wann kippt Belastung in Überforderung? Und wo verlieren wir im Arbeitsalltag manchmal das Gefühl für das richtige Maß? Seine Gedanken haben den Raum spürbar entschleunigt und viele dazu gebracht, eigene Grenzen und Prioritäten neu zu betrachten. Gerade im Kontext von Pflege und Gesundheitsberufen hat dieser Vortrag einen Nerv getroffen, weil er sehr direkt an die Realität vieler Teilnehmer*innen anschloss.

Ergänzt wurde der Tag durch weitere fachliche und gesellschaftliche Impulse, die den Blick auf die Pflege als komplexes Zusammenspiel aus Wissen, Verantwortung und Menschlichkeit geschärft haben.

 

Team-Kongress – 22. April 2026

Der Team-Kongress 2026 war ein Tag, der sehr deutlich gemacht hat, wie vielfältig Zusammenarbeit im Gesundheitswesen tatsächlich ist. Unterschiedliche Perspektiven, unterschiedliche Zugänge und doch ein gemeinsamer Nenner: Menschen, die miteinander arbeiten, um gute Versorgung möglich zu machen.

Ein besonders nachdenklicher Impuls kam von Manfred Konlechner mit seinem Vortrag „Die Tyrannei der Wahrnehmung – Normalität als Denkfalle“. Er stellte die Frage, wie sehr unser Verständnis von „richtig“ und „normal“ den Blick auf Situationen beeinflusst und wie schnell dadurch eingeschränkte Sichtweisen entstehen können. Gerade im beruflichen Alltag war das ein Denkanstoß, der viele eingefahrene Muster hinterfragt hat.

Sehr eindrucksvoll war auch der Vortrag von Stefan Distlberger, der seine persönliche Grenzerfahrung am Aconcagua schilderte. Die Kombination aus einer Lungentransplantation und der Besteigung eines fast 7.000 Meter hohen Berges hat gezeigt, wie weit körperliche und mentale Grenzen verschoben werden können. Sein Vortrag war sehr intensiv und fesselnd, aber gerade deshalb sehr wirkungsvoll.
Einen emotional ganz anderen Zugang brachte Ella Ruth Scherzer mit dem Sterntalerhof im Südburgenland. Ihre Einblicke in Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung haben sehr ruhig, aber nachhaltig gezeigt, wie wichtig Begleitung in extremen Lebenssituationen ist und wie viel Verantwortung und Menschlichkeit in diesem Bereich steckt.

Einen zusätzlichen, stark zukunftsorientierten Akzent setzte Dr. Orell Mielke mit seinem Vortrag „Kopflos durch KI? Wie wir unseren Verstand im Zeitalter künstlicher Intelligenz bewahren“. Er beleuchtete die Chancen und Risiken von Künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen und stellte dabei besonders die Frage in den Mittelpunkt, wie menschliches Denken, Urteilsfähigkeit und Verantwortung trotz technologischer Unterstützung erhalten bleiben können. Dieser Beitrag hat viele dazu angeregt, den eigenen Umgang mit digitalen Systemen kritisch zu reflektieren.

Am Ende stand ein Kongresstag, der einen bleibenden Eindruck hinterließ und viele positive Impulse setzte.

 

Schüler*innen- und Studierendenkongress – 23. April 2026

Der Schüler*innen- und Studierendenkongress war geprägt von Energie, Fragen und einem sehr offenen Blick auf die eigene berufliche Zukunft. Viele junge Menschen standen an einem Punkt, an dem Theorie und Realität beginnen, sich zu berühren.

Ein besonders prägender Beitrag kam von Bettina Glaser mit „Zwischen Fürsorge und Fremdbestimmung – Wo Geburtshilfe ihre Grenzen überschreitet“. Ihr Vortrag hat sehr eindrücklich gezeigt, wie sensibel und gleichzeitig komplex Entscheidungen in der Geburtshilfe sein können. Es ging um Verantwortung, um ethische Grenzen und um die Frage, wie viel Steuerung im medizinischen Alltag tatsächlich sinnvoll ist. Gerade für viele Teilnehmer*innen war das ein sehr ehrlicher Einblick in ein Berufsfeld, das oft idealisiert wahrgenommen wird, in der Realität aber viele Grauzonen kennt. Ihre klare, fachlich fundierte und gleichzeitig sehr reflektierte Art hat den Vortrag besonders nachhaltig wirken lassen.

Einen weiteren Schwerpunkt setzte Mag.a Elisabeth Gerlich-Kretzer mit ihrem Vortrag zur Emotionsarbeit im Job. Sie machte deutlich, wie stark psychische Belastungen im Gesundheitswesen wirken und wie wichtig es ist, eigene emotionale Grenzen früh zu erkennen und ernst zu nehmen.

Ein weiterer wichtiger fachlicher Impuls kam von Lisa Raiser, BSc, MSc mit ihrem Vortrag „Energietankstelle für Pflegeberufe“. Sie zeigte sehr praxisnah, wie wichtig es ist, im Pflegealltag bewusst auf die eigenen Ressourcen zu achten und Energiereserven nicht nur zu verbrauchen, sondern aktiv wieder aufzubauen. Ihr Zugang war alltagsnah, greifbar und für viele besonders gut auf die eigene Situation übertragbar.

Zwischen diesen inhaltlichen Schwerpunkten entstand ein intensiver Austausch unter den Schüler*innen und Studierenden. Über Erwartungen, Unsicherheiten und die Realität des Berufseinstiegs.

Der Tag war dadurch nicht nur informativ, sondern auch sehr ehrlich und richtungsweisend.

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