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August 2022

Vom Portier bis zum Primar - den Kliniken geht das Personal aus

„Mehr als einhundert Berufsgruppen arbeiten wie Zahnräder zusammen, um die hohe Qualität der öffentlichen Gesundheitsversorgung zu gewährleisten. Doch es fehlt an allen Ecken und Enden an Personal. Stellen Sie sich vor, es könnten in Kliniken keine Röntgenaufnahmen, CT´s oder MRT´s mehr durchgeführt werden, weil Radiologie-TechnologInnen fehlen. Oder, dass keine Geburtshilfe mehr möglich ist, da es an Hebammen mangelt. Das sind nur einige Beispiele von vielen Berufsgruppen, in denen sich derzeit kaum Nachwuchs findet. Die Leistungen von unseren Kolleginnen und Kollegen können nur noch mit enormer Kraftanstrengung und vielen Überstunden erbracht werden!“, weist Reinhard Waldhör, Vorsitzender der GÖD-Gesundheitsgewerkschaft, auf den enormen Personalengpass im Gesundheits- und Pflegebereich hin.

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Dies bekräftigt auch Edgar Martin, Vorsitzender der Hauptgruppe II („Team Gesundheit“) in der younion _ Die Daseinsgewerkschaft: „Davon sind auch jene Berufsgruppen betroffen, an die man nicht sofort denkt, wenn es um die Gesundheitswelt geht. KöchInnen, alle Gruppen von Handwerksberufen und TechnikerInnen, aber auch Verwaltungspersonal sind derzeit kaum zu finden, aber wichtige Bausteine in der täglichen Versorgung hinter den Kulissen! Die verbleibenden MitarbeiterInnen in allen Bereichen werden zur Aufrechterhaltung des Systems ausgepresst wie Zitronen. Immer mehr Leistung verteilt sich auf immer weniger Schultern – dieses System hat ein klares Ablaufdatum.“

Die GÖD-Gesundheitsgewerkschaft übergab Gesundheitsminister Rauch bereits vor Wochen eine „Mangelberufsliste Klinik und Pflege“. Nun müssen Taten folgen: „Immer häufiger werden KollegInnen von privaten Firmen mit attraktiveren Lohn- und Arbeitsbedingungen abgeworben – die Situation gleicht mittlerweile dem Transfermarkt im Sport!“, kritisiert Waldhör.

Auch Edgar Martin hält abschließend fest: „Es geht nur mit dem altbewährten Dreiklang – Interessierte für die Ausbildungen gewinnen, neue KollegInnen rekrutieren und die bestehenden halten – aber unter fairen und gesunden Bedingungen. Aktuell sind wir alles andere als anziehend.“

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